Creating Gender Knowledge Networks – Building Bridges to Society

Globale Veränderungen wie der Wandel politischer Kulturen, sozialer Ungleichheiten, medialer Welten, der Kunst und Kultur, der Arbeitswelt, der Digitalisierung, weltweiter Migrationsbewegungen und viele andere Faktoren wirken als Transmissionsriemen für sich teils dramatisch verändernde Geschlechterverhältnisse. Die mit der Kategorie Geschlecht verbundenen komplexen Diskurse und Kontroversen bedeuten für Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Kultur, Politik und Kirche eine besondere Herausforderung; dies erklärt den wachsenden Bedarf nach wissenschaftlicher Reflexion und dem Transfer von Gender-Wissen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, arbeiten die im Marie Jahoda Center for International Gender Studies engagierten Wissenschaftler*innen in intersektionaler Perspektive zusammen. Um Ungleichheitsverhältnisse in ihrer ganzen Komplexität zu erfassen, werden Wechselwirkungen mit anderen Kategorien wie etwa Klasse, Behinderung, Alter, Religion, sexueller Orientierung oder Ethnizität untersucht und in zwei interdisziplinären Studiengängen für Gender Studies gelehrt. Eine besondere Rolle spielt schließlich der Aufbau von regionalen, nationalen und internationalen Wissensnetzwerken im Rahmen des Gender Lab. Der intensive Diskurs mit der Gesellschaft und die Entwicklung von Programmen zur Minderung von Bias-Effekten sind Inhalte des Bereiches Gender in Society.

Wissen­schaftler*innen

Sprecherin

Prof. Dr. Katja Sabisch (Fakultät für Sozialwissenschaft)


Stellvertretende Sprecherin

Prof. Dr. Maren Lorenz (Fakultät für Geschichtswissenschaft)


Executive Board

Prof. Dr. Heike Kahlert (Fakultät für Sozialwissenschaft)

Prof. Dr. Katja Sabisch (Fakultät für Sozialwissenschaft)

Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky (Fakultät für Philologie)

Prof. Dr. Henriette Gunkel (Fakultät für Philologie)

Prof. Dr. Christian Grünnagel (Fakultät für Philologie)

Prof. Dr. Maren Lorenz (Fakultät für Geschichtswissenschaft)

Prof. Dr. Änne Söll (Fakultät für Geschichtswissenschaft)

Jasmin Degeling (Fakultät für Philologie)

Maximiliane Brand (Fakultät für Sozialwissenschaft)

Friederike Bergstedt (Zentrale Gleichstellungsbeauftragte)

Dr. Beate von Miquel (Fakultät für Sozialwissenschaft)

Fachschaftsrat Gender Studies


Assoziierte Mitglieder

JProf. Dr. Heike Steinhoff (Fakultät für Philologie)

JProf. Dr. Cornelia Wächter (Fakultät für Philologie)

Prof. Dr. Isolde Karle (Fakultät für Evangelische Theologie)

Prof. Dr. Ute Gause (Fakultät für Evangelische Theologie)

Prof. Dr. Sandra Maaß (Fakultät für Geschichtswissenschaft)

JProf. Dr. Rebecca Brückmann (Fakultät für Geschichtswissenschaft)

Dr. Muriel Gonzalez Athenas (Fakultät für Geschichtswissenschaft)

Anike Krämer (Fakultät für Sozialwissenschaft)


Management

Geschäftsführung

Dr. Beate von Miquel
Universitätsstraße 105
Raum 1/06
Tel.: +49 (0)234 32-21730
E-Mail: beate.vonmiquel[at]rub.de


Sekretariat

Anne Tilse, M.A. 
Universitätsstraße 105
Raum 1/09
Tel.: +49 (0)234 32-19849
E-Mail: anne.tilse[at]rub.de


Koordination Gender Studies, internationale Programme

Maximiliane Brand, M.A.
Universitätsstraße 105
Raum 1/08
Tel.: +49 (0)234 32-19108
E-Mail: maximiliane.brand[at]rub.de


Koordination Projekt „Unser Campus“

Laura Chlebos, M.A.
Universitätsstraße 105
Raum 1/09
Tel.: +49 (0)234 32-19847
E-Mail: unsercampus[at]rub.de


Koordination Projekt „Face@RUB“

Maike Wagner, M.A.
Universitätsstraße 105
Raum 1/10
Tel.: +49(0)234 32-19858
E-Mail: maike.wagner[at]rub.de

Nadine Egelhof, B.A.
Universitätsstraße 105
Raum 1/10
Tel.: +49(0)234 32-19848
E-Mail: nadine.egelhof[at]rub.de


Koordination Projekt „Geschlechterforschung an der Ruhr“

Katharina Malo, B.A.
E-Mail: katharina.malo[at]uni-due.de


Praktikant*innen

Lena Spickermann, B.A.
Universitätsstraße 105
Raum 1/11
Tel.: +49(0)234 32-19119
E-Mail: lena.spickermann[at]rub.de


Layout/Design

Mark Schwindt, M.A.
E-Mail: info@markschwindt.com

Kooperationen und Mitgliedschaften

Geschlechterforschung und forschungsnahe Institutionen

Essener Kolleg für Geschlechterforschung, Universität Duisburg-Essen

Gender Studies in Köln (GeStiK), Universität zu Köln

Zentrum für Geschlechterstudien/Gender Studies, Universität Paderborn

Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW, Essen

Kompetenzzentrum für Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS), Köln


Fachgesellschaften

Fachgesellschaft Geschlechterstudien

Konferenz der Einrichtungen der Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum (KEG)


Ministerien

Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW

Ministerium für Kinder, Flüchtlinge und Integration NRW

Ministerium für Heimat, Kommunen, Bau und Gleichstellung NRW


Gleichstellungsbüros und Gleichstellungsstellen

Ruhr-Universität Bochum

TU Dortmund

Universität Duisburg-Essen

Universität Paderborn

Stadt Bochum

Stadt Dortmund

Stadt Lippstadt

LAG der Kommunalen Gleichstellungsstellen NRW


Weitere Kooperationspartner*innen

Heinrich Böll Stiftung NRW, Düsseldorf

Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Gummersbach

ver.di NRW, Düsseldorf

FUMA Fachstelle Gender und Diversität, Essen

VfL Bochum

LAG der Fanprojekte e.V., Bochum

Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V., Soest

Deutscher Frauenrat, Berlin

Initiative „FRAUEN unternehmen“

World Factory Start-Up Center, RUB

Impact Hub, Essen

Über Marie Jahoda

Marie Jahoda (1907-2001) war eine österreichische Sozialwissenschaftlerin und Sozialpsychologin. Sie wuchs in Wien auf und begann dort nach dem Abitur im Jahr 1926 das Studium der Psychologie.  Aufgrund der prekären finanziellen Lage ihrer Familie arbeitete Marie Jahoda neben ihrem Studium unter anderem im Berufsberatungsamt der Stadt Wien, im dortigen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum und als Arbeiterbibliothekarin im Gemeindebau Karl-Marx-Hof. 1932 legte sie ihre Promotion ab und veröffentlichte nur ein Jahr darauf gemeinsam mit ihrem ersten Ehemann Paul Lazarsfeld die bahnbrechende Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“. 

Sie arbeitete zunächst im Schuldienst, wurde dann aber als aktives Mitglied der österreichischen Sozialdemokratie und Aktivistin gegen das NS-Regime entlassen. Nach ihrer Verhaftung 1936 emigrierte sie im Jahr darauf nach Großbritannien. Der wissenschaftliche Neuanfang gestaltete sich – wie bei vielen Emigrant*innen – hürdenreich und war zunächst von befristeten Forschungsprojekten geprägt. Von 1939 bis 1941 erhielt sie ein Stipendium der University of Cambridge. Bis zum Kriegsende arbeitete Marie Jahoda schließlich als Freelancerin ohne direkte Anbindung an eine Universität. 1945 ging sie in die USA und arbeitete zunächst als Assistentin von Max Horkheimer. 

Mit dem Wechsel an die New York University gelang ihr 1949 schließlich der Sprung auf eine Professur im Bereich der Sozialpsychologie. Hier arbeitete sie an einer Vielzahl von empirischen Studien zu heterogenen Themen wie Vorurteilen, Gruppenkonflikten, Mental Health, Bildungsfragen und beschäftigte sich mit den Folgen des McCarthyismus. 1958 verließ sie die USA und heiratete in zweiter Ehe den englischen Labour-Abgeordneten Austen Albu. 1965 wurde sie Gründungsprofessorin für Sozialpsychologie an der neuen University of Sussex und stand damit auf dem Gipfel ihrer akademischen Laufbahn.

Marie Jahodas wissenschaftliches Schaffen steht für gelebte Interdisziplinarität – gerade auch im Hinblick auf die Methodenauswahl – und Internationalität.  Durch die konsequente Verbindung ihrer wissenschaftlichen Forschung mit gesellschaftlichen Fragestellungen und ihr ausgeprägtes öffentliches Engagement in politischen Organisationen ist Marie Jahoda bis heute Vorbild für einen intensiven Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

1994 wurde an der Ruhr-Universität Bochum die nach Marie Jahoda benannte Gastprofessur für Internationale Geschlechterforschung ins Leben gerufen. 


Literatur:

Steffani Engler/Brigitte Hasenjürgen (Hrsg.), Marie Jahoda. Ich habe die Welt nicht verändert. Lebenserinnerungen einer Pionierin der Sozialforschung, Weinheim/Basel 2002

Johann Bacher/Waltraud Kannonier-Finster/Meinrad Ziegler (Hrsg.), Marie Jahoda. Lebensgeschichtliche Protokolle der arbeitenden Klassen 1850-1930. Dissertation 1932. Mit einem Portrait über die Autorin von Christian Fleck, Innsbruck/Wien/Bozen 2017